Mein Name ist Isward, geboren 1983 in dem kleinen Städtchen Eutin in der holsteinischen Schweiz. Nach einer normalen schulischen Ausbildung die mit der mittleren Reife auf der Wirtschaftsschule Plön abgeschlossen wurde begann ich, rückblickend, recht artfremd eine Ausbildung als Immobilienkaufmann. Der Betrieb wurde nach einem Jahr der Lehre aufgelöst und damit war diese Lehre beendet.
Ich hatte genug von den Lug und Trug Geschäften der kaufmännischen Branche und entschied mich im Sinne meines Vaters für das Handwerk. Über 1 1/2 Jahre jobbte ich mal kurz, mal lang in verschiedenen Handwerksbetrieben. Unter anderem als Ofensetzer, Fliesenleger und Hufschmied. Dort habe ich meine ersten Gehversuche in Sachen schmieden machen können. Da der Hufschmied ja kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Handwerk zu tun hat ergaben sich leider nur wenige Möglichkeiten, unter Anleitung Werkzeuge für den Beschlag aus alten Feilen zu schmieden. Doch es hat gereicht, Hephaistos Funken in mein Herz zu setzen.
Durch meinen Vater kam ich an eine alte Feldesse die im Schrebergarten meiner Eltern aufgestellt wurde. Ich begann nach der Zeit als "fliegender" Junghandwerker eine anscheinlich notwendige Lehre als Gas- und Wasserinstallateur. Dort lernte ich zu arbeiten und zurückzustecken, ob bei minus 17 Grad im fensterlosen Neubau oder bei plus 32 Grad, Heizkörperschleppend im mehrstöckigen Reihenhaus. Leider ist dieser "handwerkliche" Beruf inhaltlich auch mehr ein technischer denn ein handwerklicher Beruf. Daher konzentrierte ich mich mehr darauf zu lernen den Körper diese harten Arbeiten ertragen zu lassen und die Gedanken so zu entwickeln das man sich nicht über drei bis teilweise 8 Überstunden pro Tag ärgert und sich dort gefangen sieht sondern durchält und die Zähne zusammenbeißt auch mit einem, wenn auch gequälten, lachen. Nach dreieinhalb Jahren habe ich die Lehre ohne Abschluss beendet. Denn ich Stand vor der Wahl ein weiteres, halbes, nicht eingeplantes Jahr zu opfern oder aber mich voll und ganz meiner bis dahin schon gar nicht so schlecht laufenden Schmiede zu widmen. Ich Entschied mich für das Risiko und den Hammer. Ein Ausschlag gebender Punkt war die im nächsten Absatz erwähnte Möglichkeit.
Innerhalb der Lehrzeit habe ich wie auf einer kleinen Evolutionsleiter meine "Schmiede" ausgebaut. Erst nur bestehend aus Feldesse und einem glatten Stein unter offenem Himmel, kamen langsam Amboss, ein paar Werkzeuge und andere Sachen hinzu. Später dann ein aus NVA-Zeltplanen zusammengeknüpftes Kuppelzelt und nun eine knapp 80 Quadratmeter große Werkstatt mit seperat liegender Schmiede. Der letzte Schritt entstand dadruch das es gerade im Winter doch etwas ungünstig war im Schrebergarten zu schmieden. Nur ein kleines Stromaggregat, keine Maschinen vor Ort. Nur ein Feuer, ein Amboss und etwas Kleinkram. Meine damalige Werkstatt war ein sechs quadratmeter großes Loch im Keller meiner drei Kilometer entfernten Mietwohnung. Vonder "Ausstattung" dieser Werkstatt braucht man gar nicht zu reden. Daher stieß ich auf der Suche nach einer kleinen Scheune auf einen alten Hof im Nachbardorf. Nach ein paar Telefonaten bestand nun die Möglichkeit den Hof komplett zu nehmen und wieder aufzubauen.
Gesagt getan, die Lehre war passé und vor mir lag der Wille einen Hof wieder zu restaurieren und nebenher eine Schmiede aufzubauen mit der man dies halten kann. Mitlerweile sind wir Besitzer eines schön restaurierten Hofes, zweieinhalb Hektar Weidelandes, einem gut Hektar großem Grundstück, ich habe eine ausreichend ausgestattete Schmiede und eine ebenso gut ausgestattete wie sehr heimelige Werkstatt. Dazu noch ein paar Tiere wie alte Schweine- und Hühnerassen. Und um es nicht zu vergessen läuft das Geschäft auch recht gut :-) Dieser Teil dieses nicht ganz typischen Lebenslaufes ist kein Versuch mit einem großen Haus anzugeben oder mit Land zu prahlen sondern es ist schlichtweg der zustehende Stolz etwas aus dem Nichts aufgebaut zu haben. Und diesen Stolz zeige ich auch gerne.
Das alles wäre aber nicht ohne die Unterstützung meiner Frau und meiner Familie, insbesondere meines Vaters möglich gewesen.
Wie gesagt weicht mein "Über Mich" Bereich von dem meiner Kollegen ab, aber es muss ja auch nicht immer alles so sein wie man es kennt.
